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Manchmal geht es schneller als erwartet. Da steht kaum die Studienidee und ein erster grober Plan, da kommt schon die Doktormutter an und möchte, dass du ein Abstract einreichst

Ein Abstract schreiben, das sagt sie so einfach. Aber ist es auch so einfach?

Was ist ein Abstract eigentlich genau

Ein Abstract ist vom Prinzip nichts anderes als eine Zusammenfassung, wobei es im Deutschen viele verschiedene Übersetzungen und Begrifflichkeit gibt, die teilweise synonym verwendet werden und teilweise eine Abgrenzung verschiedener Arten von Zusammenfassungen verdeutlichen sollen, nur dass leider die Nomenklatur nicht einheitlich ist.

Im wissenschaftlichen Kontext werden Abstracts hauptsächlich verlangt für die Einreichung von Kongressbeiträgen, Vorträgen und wissenschaftlichen Papers, wobei hier häufig genaue Vorgaben hinsichtlich Länge und Form des Abstracts gemacht werden

Das Abstract wird dabei vom gleichen Autoren bzw. der gleichen Autorengruppe geschrieben wie das Hauptdokument und folgt meist einem ganz ähnlichen Schema wie eine vollständige wissenschaftliche Arbeit

Zu welchen Gelegenheiten wird ein Abstract verlangt?

Die ersten Abstracts wirst du vermutlich für einen Kongress- oder Tagungsbeitrag schreiben. Egal ob die ein Poster präsentieren oder einen Vortrag halten möchtest, der Weg dorthin läuft meist über ein Auswahlverfahren. Anhand der bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eingereichten Abstracts werden die Beiträge ausgewählt und auf die verschiedenen Sessions aufgeteilt. Es kann dabei ebenfalls passieren, dass du zwar eigentlich einen Vortrag halten möchtest, aber doch einer Postersession zugeteilt wirst.

Auch so ziemlich jedem wissenschaftliche Paper ist ein Abstract vorangestellt, wenngleich dieses meist nicht vorab eingerecht wird, sondern als ein Teil des Papers. Zusätzlich zu der kurzen Zusammenfassung, die als Abstract bezeichnet wird, kann z.B. bei Abschlussberichten noch eine weitere, ausführlichere Zusammenfassung verlangt sein, oft als Kurzbericht bzw. Kurzfassung.

Wie muss ein Abstract aufgebaut sein

Für Abstracts mir denen man sich für einen Kongress oder eine Tagung bewirbt, gibt es meist sehr klare formale Voraussetzungen. Auch viele wissenschaftliche Zeitschriften machen Vorgaben zum Abstracts, die man unbedingt beachten sollte.

Allgemein gilt, dass ein informatives Abstract in Kurzform die gesamte Arbeit wiedergibt. Er beinhaltet also die gleichen Elemente, wie Einleitung, Methodik, Ergebnisse und Diskussion. Aufgrund des geringen Platze wird man sich auf wichtige Kernaussagen beschränken müssen und die Diskussion üblicherweise auf eine Schlussfolgerung eingrenzen.

Eine besondere Form des Abstracts ist der sogenannte „Indikative Abstract“. Dieser gibt ausschließlich an, worum es in einem Text geht, aber er gibt nicht den gesamten Inhalt oder die Ergebnisse der Untersuchuchung wieder. Manchmal begegnet man dieser Art von Abstracts bei der Literatursuche nach wissenschaftlichen Publikationen, aber eher selten.

Wie geht man beim Schreiben eines Abstracts am besten vor?

Wenn du das Abstract für dein Paper schreibst, wirst du es meist erst ganz am Ende verfassen und dafür einfach die wichtigsten Elemente der Arbeit zusammenfassen und mit einer knackigen Schlussfolgerung ergänzen.

Beim Abstract für einen Kongress oder für eine andere Bewerbung kannst du ganz ähnlich vorgehen, sofern du bereits ein Paper zu genau der gleichen Fragestellung geschrieben hast. Ansonsten ist die Herausforderung die wichtigsten Methoden und Erkenntnisse in wenigen Worten zu beschreiben und ebenfalls ein stimmige Schlussfolgerung zu finden. Gegebenenfalls muss man eben das Abstract nochmal kürzen, wenn es beim ersten Entwurf noch zu lang ist.

Was es sonst noch zu beachten gilt

Abstract ist nicht gleich Abstract. Für jeden Kongress, jede Tagung, jede Zeitschrift gibt es andere formale Vorgaben. Sieh sie dir an und halten dich dran. Es gibt immer wieder Gutachter, die sehr penibel bei der Form sind. Gib ihnen keinen Grund hier unzufrieden zu sein.

Ganz ähnliches gilt für Rechtschreibung und korrekte Grammatik. Achte darauf, dass du hier sorgfältig arbeitest und lass ein Abstract – genauso wie ein komplettes Paper – gegebenenfalls Korrekturlesen, wenn du dir sprachlich nicht so sicher bist.

Die Beitragseinreichung für alle Arten von Veranstaltungen ist meist an eine strenge Frist gebunden. Innerhalb der Frist hast du zwar keine Nachteile durch eine späte Einreichung, aber achte am besten drauf, nicht zu knapp dran zu sein. Einreichen muss man oft über spezielle Webseiten oder Apps, die durchaus etwas umständlich zu bedienen sein können und auch manchmal gewisse Macken aufweisen, die den ganzen Prozess ziemlich in die Länge ziehen können.

Ein Abstract zu schreiben ist also tatsächlich nicht so besonders schwierig, allerdings solltest du eine gewisse Sorgfalt an den Tag legen.

Allen Abstracts gemeinsam ist ihre Bedeutung als Visitenkarte für dein Thema. Ein Abstract ist oft das erste oder sogar einzige, das ein interessierter (oder auch weniger interessierter) Leser über deine Arbeit und deine Studie zu sehen bekommt. Wenn du es hier nicht schaffst, klar und überzeugend darzustellen, worum es geht, bekommst du unter Umständen keine zwei Gelegenheit dazu.

Durch seine geringen Umfang ist ein Abstract dennoch meist recht zügig zu erstellen, so dass du auch mal mehrere am Stück schreiben kannst. Wenn du ein wenig Übung gewonnen hat, sollte dir die Bewerbung auf einen Vortrag oder Kongressbeitrag nicht mehr schwer fallen.

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