+49(0)30 28450217 info@angelina-bockelbrink.de

Ich freue mich, heute mein Interview mit der wunderbaren Ilse Maria Lechner (IML) von www.entfaltungsparadies.at präsentieren zu können. Ilse unterstützt Frauen, die mehr Leichtigkeit und Gelassenheit in Ihrem Leben zulassen wollen. Sie ist selbst Mutter von zwei erwachsenen Kindern und kennt viele der Schwierigkeiten ihrer Kundinnen aus eigener Anschauung.

 

Ich: Wenn du dich in wenigen Sätzen jemandem vorstellen solltest, der dich nicht kennt, was würdest du dieser Person sagen? Was sollte sie unbedingt über dich wissen?

 

IML: Mit der Geburt meiner Kinder habe ich mich komplett umorientiert, mein Wertesystem hat sich sehr verändert und hat mich auf meine eigene Entwicklung gebracht, was schließlich zu meinem Thema „Gelassenheit“ geführt hat. Zu diesem Thema unterstütze ich jetzt Mütter und Familien, was das Familienleben, den Berufsalltag und auch den Umgang mit sich selbst betrifft.

 

Ich: Wie hat die Geburt deiner Kinder dich und dein Leben verändert?

 

IML: Es war so, dass die Geburt meines Sohnes zwar eine natürliche aber keine ganz leichte Geburt war. Jetzt, zwanzig Jahre später und mit meiner Erfahrung, kann ich sagen, das ich damals eine unerkannte Wochenbettdepression hatte.

Ich war mit Begeisterung Mutter, aber ich habe mich gleichzeitig immens unter Druck gesetzt und überfordert gefühlt. Ich hatte das Gefühl nichts mehr richtig zu machen, noch dazu war er ein Schreibaby und hat mich körperlich, geistig und seelisch absolut an meine Grenzen gebracht. Das war ich bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gewohnt, ich bin eine sehr taffe Person, die alles in der Hand hat, die alles gut organisiert hat und von einem Tag auf den anderen war das nicht mehr so.
Ich habe also nach Möglichkeiten gesucht, wie es mir besser geht, wie es dem Kind besser geht und bin so auch auf die Homöopathie gestoßen. Ich habe verschiedene Kurse gemacht und bin langsam drauf gekommen, was uns beiden gut tut. Ich war sehr kindzentriert im ersten Jahr. Das war gut und wichtig so, nach einer Weile merkte ich aber auch, dass mich das nicht ausfüllte.

Ich war mit dem Kind in Teilzeitkarenz in einer Tatigkeit auf dem Gemeindeamt. Von einer befreundeten Ärztin bekam ich einen Hinweis auf eine Ausbildung in Cranial Fluid Dynamics einer Form der Kranio-Sakral-Therapie, was dann meine erste Ausbildung in dieser Richtung wurde. Später habe ich noch eine Ausbildung in Aromatherapie gemacht und zur Kinesiologin. Ich habe mich in diesem Bereich selbständig gemacht, war aber weiterhin auf der Suche.

Später, als meine Kinder schon relativ groß waren, bin ich dann mehr zufällig über die Montessoriausbildung gestolpert, die ich mit großer Freude absolviert habe. Ich habe mit einer Freundin ein Montessori Kinderhaus aufgebaut, das diese immer noch leitet. Dann habe ich ein Eltern-Kind-Zentrum geleitet und vor allem Mutter-Kind-Kurse gemacht. Dort habe ich gemerkt, dass ich bei den Eltern ansetzen möchte, denn meistens geht es den Kindern nicht gut, wenn es den Eltern nicht gut geht.
Ich habe schließlich eine Coachingausbildung gemacht, mit dem Schwerpunkt Philosophie und Gesellschaft und noch eine Hypnoseausbildung und NLP bis zum Trainer.

 

Ich: Beeindruckend, was du alles gemacht, toll! Das heisst, du bist wieder mehr bei den Müttern gelandet und nach dem Schwenk über die Pädagogik auch wieder mehr im eher medizinischen Bereich angekommen. Dabei bleibst du aber bei deinem ganzheitlichen Ansatz und und dem Bereich des Familienlebens treu, wenn ich das richtig verstanden habe.

 

IML: Genau, es geht mir wirklich um das Zusammenspiel im System Familie, es geht mir um Werte und um die Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb der Familie, die das ganzen System bereits gut entspannen können. Durch meine Ausbildungen und meine eigenen Erfahrungen in meiner Familie kenn ich mich da gut aus.

 

Ich: Ja, du verbindest sicherlich auf großartige Art und Weise Qualifikation und Erfahrung.
Was ist denn dein eigener großer Traum? Was möchtest du gern erreichen, bei deinen einzelnen Klientinnen und auch für die ganze Welt?

 

IML: Bei der einzelnen Person ist es der gelassene, achtsame und liebevolle Umgang mit sich selbst, den ich verbessern möchte. Denn es ist eine Erfahrung, die ich oft mache, dass gerade Frauen zu sich selbst sehr streng sind. Frauen verlangen oft von sich selbst viel, viel mehr, als sie jemals von ihrem Umfeld verlangen würden und empfinden das aber für sich als „normal“.

Im System Familie ist es mein Traum, dass wir durch die Entspannung der Erwachsenen eine guten Nährboden schaffen für die kindliche Entwicklung, einen Raum in dem sich Kinder frei entwickeln können, ihre Erfahrungen machen dürfen, und die Eltern die Gelassenheit haben zu vertrauen, dass es „scho bass’n wird“, also das Vertrauen aufbringen können, dass sich die Kinder gut entwickeln, ohne dass sie ständig eingreifen müssen. Dass auch Dinge, die uns jetzt unangenehm erscheinen, auf lange Sicht dennoch einen positiven Einfluss haben.

 

Ich: Wenn ich es richtig im Kopf habe, hast du doch den Begriff der Gelassenheit erst in letzter Zeit stärker in deine Angebote und deinen Außenauftritt eingebaut.

 

IML: Ich habe dieses Wort schon immer geliebt, viel mehr als „entspannt sein“, weil es für mich einfach viel mehr aussagt. Gelassenheit ist eine Lebenseinstellung, während Entspannung ein Zustand ist, den man eben gerade hat und dann wieder nicht. Man kann nicht immer entspannt sein, das Leben ist ein polarer Wechsel zwischen Entspannung und Anspannung. Gleichzeitig ist es aber durchaus möglich auch in der Anspannung gelassen zu sein. Letztes Jahr im Herbst habe ich dann begriffen, dass „Gelassenheit“ das Dach ist, unter dem alles steht, was ich tue, das ist die Essenz, die hinter allem steht.

 

Ich: Wie hältst du es denn selbst mit der Gelassenheit? Bist du gut darin? Bist du ein gelassener Mensch?

 

IML: Mittelerweile bin ich sehr gelassen. Ich habe das auch erst kürzlich wieder erlebt, als ich beim Launch eines neuen Freebie (kostenloses Angebot) erleben musste, dass ungefähr alles schief ging, was schief gehen konnte. Kurzfristig habe ich überlegt, ob ich mich aufregen sollte, es war nämlich ein Freebie zum Thema Gelassenheit. Nach kurzer Überlegung musst ich dann selbst drüber lachen, weil es eigentlich zu grotesk war. Ich habe beschlossen einfach das beste draus zu machen und das auch genau so zu kommunizieren. Ich habe somit bewiesen, dass ich auch mit meinen eigenen Hindernissen gelassen umgehen kann. Das kam sehr gut an, ich habe tolles Feedback bekommen.

 

Ich: Großartig, dass ist echte Authentizität. Abgesehen von den technischen Herausforderung, was ist denn deine größte Herausforderung im Business und mit der Familie und was machst du um nicht selbst zu kurz zu kommen?

 

IML: Meine Kinder sind ja schon groß und nicht mehr so aufmerksamkeitsintensiv, wie kleinere Kinder. Insofern befinde ich mich in einer sehr privilegierten Situation. Andererseits ist es so, dass wir ein Haus haben, einen Garten, beide Kinder noch zuhause wohnen und mein Mann nun schon das zweite Jahr im Ausland ist. Das heißt es bleibt noch jede Menge Arbeit an mir hängen.

Ich achte mittlerweile darauf, dass ich meine Pausen einhalte, das ich mir meine Freiräume nehme. Ich arbeite sehr gern, vergesse dann auch mal Pausen zu machen, weshalb ich das inzwischen richtig einplane. Nachdem ich mehrere Tage durchgearbeitet habe, ist heute ein eher langsamer Tag, ich mache eine lange Mittagspause mit meinen Kindern, die nachher kommen, vielleicht lege ich mich hin für einen Powernap. Morgen steht Sport auf dem Programm, das hatte ich für diese Woche schon geplant. Grundsätzlich verlasse ich mich aber auch auf meine Gefühl, wann ich Pausen brauche.

Meinen Pausen verbringe ich aktiv, also ich stehe auf, mach z.B. eine Körperübung oder gehe in den Garten. Es geht nicht darum komplett gar nichts zu tun, sondern einfach mal gedanklich auszusteigen und etwas anders zu machen.
Viel Kraft ziehe ich aus der Bewegung in der Natur, z.B. beim Spazieren gehen oder bei der Gartenarbeit. Außerdem meditiere ich regelmäßig, meistens im Liegen, aber auch Bewegungsmeditationen sind dabei.

 

Ich: Was ist dein bester Tipp für andere Mütter um sich richtig wohlzufühlen, um wieder richtig Power zu bekommen?

 

IML: Das wichtigste ist, sich immer wieder etwas Zeit zu nehmen, um in sich hineinzuhören, um rauszufinden, was man eigentlich selbst gerade wirklich braucht und was man möchte. Mütter sind oft so beschäftigt die Bedürfnisse aller anderen zu befriedigen, dass sie völlig vegessen, was sie selbst gerade brauchen. Dann ist es natürlich auch noch erforderlich die entsprechenen Aktivitäten auch wirklich einzuplanen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Netzwerken unter Müttern. Heutzutage haben die meisten von uns nicht mehr die Großeltern um die Ecke, so dass diese schnell mal bei der Kinderbetreuung zur Hand gehen können. Deshalb ist es umso wichtiger ein Netzwerk mit andern Müttern aufzubauen, so dass mal die ein Mutter, mal die andere Mutter auf alle Kinder aufpasst. Und wenn das nur bedeutet, dass die Mutter mal allein zum Arzt gehen kann. Schon das entlastet die Mutter und für die Kinder ist es lustig.

 

Ich: Hier hast du wirklich einen ganz tollen Punkt angesprochen. Auch ich finde es besonders wichtig, zuerst die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, sie wirklich wahrzunehmen. Und ich freue mich immer, wenn ich solche Aussagen auch von anderen in ihren eigenen Worten hören.
Noch eine letzte Frage haben ich: Was möchtest du deinen eigenen Kindern für ihr Leben mitgeben oder was hast du ihnen auch schon mitgegeben, dadurch was du ihnen vorlebst und beibringst?

 

IML: Was ich meinen Kinder sicher mitgegeben habe, sind meine Grundwerte und ein überlegtes Kommunikationsverhalten. Sie haben gewissermaßen schon mit der Muttermilch gewisse Kommunikationsprinzipien mitaufgenommen. Das führt heutzutage teilweise dazu, dass sie zwischen ihren Freunden vermitteln, weil diese ganz anders kommunizieren. Es erfreut mich sehr zu sehen, wieviel da bei ihnen angekommen ist, obwohl ich es nie bewusst vermittelt habe.

 

Ich: Hattest du von vornherein ein gutes Kommunikationsverhalten oder hast du dir das erst erarbeitet?

 

IML: Obwohl ich aus einer Familie mit sehr offener Kommunikationskultur komme, habe ich noch sehr an meiner Kommunikation gearbeitet. Vor allem musste ich lernen, dass ich selbst für meine eigenes Glück verantwortlich bin. Das ist nämlich oft der größte Kommunikationskiller, wenn wir glauben, dass die anderen da sind, um uns glücklich zu machen. Daher kommen oft solche Beschuldigungen, wie „du hast xy gemacht, deshalb geht es mir jetzt schlecht“. Wenn wir die Verantwortung für unser eigenes Wohlergehen übernehmen, können wir ganz anders kommunizieren, dann ist es uns möglich unsere Bedürfnisse zu formulieren und den anderen um etwas zu bitten anstatt Vorwürfe zu machen.

 

Ich: Ganz herzlichen Dank für dieses tolle und inspirierende Gespräch. Wie so oft habe auch ich wieder einiges lernen können und ich freue mich, wenn wir in Kontakt bleiben.

 

Mehr über Ilse Maria Lechner kannst du hier erfahren.
http://www.entfaltungsparadies.at/

Termine für ihre kostenlosen Webinare zu Gelassenheit im Familienalltag gibt es hier:
http://www.entfaltungsparadies.at/termine/

Besonders ans Herz legen möchte ich dir die kostenlose Audioreihe „Hotel Mama schließt“
Hier erfährst du, wie du Arbeiten im Haushalt am besten delegierst und was dir das Delegieren erschwert.

 

Auch auf Facebook kannst du Ilse Maria Lechner finden:
https://www.facebook.com/Entfaltungsparadies/