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Geht es dir auch oft so, dass du das Gefühl hast, dass alle an dir ziehen, etwas von dir wollen und eigentlich nie jemand auf deine Bedürfnisse Rücksicht nimmt? Deine Kinder sind natürlich noch zu kein, um zu verstehen, dass du auch Bedürfnisse hast. Deine Kunden wollen etwas von dir erwerben, die wollen nicht auf deine Bedürfnisse eingehen. Dein Partner ist eh viel zu selten zuhause, als dass er überhaupt merken könnte, was du brauchst. So oder so ähnlich kannst du dir schön reden, dass du immer zu kurz kommst.

Fang bei dir an!

Tatsächlich bist du aber selbst das Problem. Erst wenn du dir bewusst machst, dass du Bedürfnisse hast und auch ein Recht drauf, dass diese erfüllt werden, kannst du überhaupt anfangen zu erwarten, dass andere Menschen auf deine Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Also horche in dich hinein: Was ist es, das du brauchst? Welche Bedürfnisse hast du? Welche dieser Bedürfnisse werden aktuell nicht erfüllt? Wie fühlst du dich dabei, dass diese Bedürfnisse unerfüllt sind?

Vielleicht verspürst du zuerst nur eine diffuse Unzufriedenheit, ohne dass du genau sagen könntest was dir genau fehlt. Dann nimm dir einen Moment länger Zeit, lausche in dich hinein. Was könnte dir jetzt gut tun? Vielleicht ist es nur eine Kleinigkeit, die du erstmal umsetzen kannst, um dann weiter zu beobachten, wie sich das auswirkt. Erinnere dich, was dir schon mal gut getan hat, in welches Situation es dir richtig gut gegangen ist.

Ich selbst habe tatsächlich erst von meiner Hebamme nach der Geburt des ersten Kindes gelernt, dass es wichtig ist, dass ich auch auf mich achte und mir Ruhe und Erholung gönne. Wobei ja meine arme Hebamme gar nicht zufrieden war mit mir. Nach ihrer Vorstellung hätte ich das Wochenbett wohl wirklich im Bett verbringen sollen. Dazu hatte ich aber nicht die geringste Lust, es hätte auch so überhaupt nicht zu mir gepasst und mir vermutlich auch nicht gut getan. Meine Hebamme hat sich also den Mund fusselig geredet, ich habe dennoch alles anders gemacht und schlussendliche viel mitgenommen, von dem, was sie mir beigebracht hat. Das was ich zu dieser Zeit gelernt habe, konnte ich mir bis heute bewahren und immer noch für mich in Anspruch nehmen.

Gerade in so stressigen und anstrengenden Zeiten wie der Vorweihnachtszeit, ist es um so wichtiger, dass du auf dich selbst achtest! Wenn du ausgeglichen und zufrieden bist, wird die ganze Stimmung in der Familie besser sein, du bleibst gesund und leistungsfähig und kannst dein Leben und das Weihnachtsfest mehr genießen. Als Mutter musst du dich ständig vielen verschiedenen Herausforderungen stellen, gleichzeitig hast du aber auch den größten Einfluss auf das Wohl der ganzen Familie. Du bist also gar nicht egoistisch oder eigennützig, wenn du dich um dein Wohlergehen kümmerst, sondern du tust auch gleichzeitig dem Rest deiner Familie etwas Gutes.

Warum ich nie müde werde über Selbstfürsorge zu sprechen

Über Zeitmanagement und Effizienzsteigerung wird in unserer heutigen Zeit viel geredet und es scheint fast ausschließlich darum zu gehen, wie man mehr aus dem eigenen Unternehmen, aus dem eigenen Körper oder überhaupt aus allem „raus holen kann“. Langsam setzt sich allerdings auch durch, dass Ressourcen begrenzt sind, was sowohl gilt für fossile Brennstoffe und andere Rohstoffe, aber auch für unsere eigenen körperlichen und geistigen Kräfte.

Über die eigenen Kräfte machen sich viele Menschen dennoch kaum Gedanken, bis sie tatsächlich an ihre Grenzen stoßen. Meist muss erst ein einschneidendes Ereignis eintreten, wie ein körperlicher oder psychischer Zusammenbruch, beispielsweise ein Burn-out oder ein Herzinfarkt, der die Menschen zum Umdenken bewegt. Ich denke der Grund für diese Diskrepanz liegt darin, dass wir nie gelernt haben, selbst auf unseren Körper zu hören und zu schauen, und dass wir gewohnt sind die Verantwortung für unser Wohlergehen eher externen Experten zu überlassen. Auch betrachten wir unseren Körper oft eher als etwas das wir haben, weniger als einen Teil von uns, der wir auch sind.

Tatsächlich ist es dennoch so, dass ein gesunder Körper und Geist unsere wichtigste Ressource sind. Wir greifen auf diese Ressource ständig zurück, z.B. wenn wir Kinder bekommen und nachts an ihren Betten wachen, wenn wir ein Business aufbauen und führen, wenn wir reisen und unseren Hobbys nachgehen, wenn wir den Haushalt versorgen, wenn wir Freundschaften pflegen, wenn arbeiten, spielen oder toben. Wenn wir krank sind oder ausgebrannt, ist das alles kaum mehr möglich. Die ganz überwiegende Ursache für Berufsunfähigkeit in Deutschland ist übrigens auf psychische Überlastung zurückzuführen.

Es lohnt sich also, aktiv etwas für das eigenen Wohlergehen zu tun, bevor wir überlastet oder geschädigt sind.

Nimm dich ernst!

Wenn du also möchtest, das es dir gut geht und deine Bedürfnisse erfüllt werden, nimm dich zuallererst einmal selbst ernst. Nimm deine Bedürfnisse als wahr und gerechtfertigt an und lasse sie zu. Übernimm die Verantwortung für dein eigenes Wohlergehen, die kann dir absolut niemand abnehmen. Allein das Wissen um deine Bedürfnisse und das Bewusstmachen der Gefühle erleichtert den Umgang mit vielen Situationen. Oft ist es sogar möglich die unangenehmen Erlebnisse zukünftig zu vermeiden oder zu minimieren.

Um auch von Anderen als Mensch mit Bedürfnissen wahrgenommen zu werden, formuliere klar, was du brauchst, ohne Forderungen oder Vorwürfe. Wenn du ganz bei dir bist, machst du es deinem Umfeld viel einfacher, deine Bedürfnisse zu erkennen und zu berücksichtigen.

Vergiss nicht den Fokus auf deine Gefühle und deine Bedürfnisse. Du darfst sie auch mehrmals ansprechen, da du nicht erwarten kannst, dass deine Familie oder deinen Kollegen sich immer bewusst sind, wenn ihr Verhalten deinen Bedürfnissen widerspricht. Wichtig ist nur, dass du wirklich über dich sprichst und nicht über den anderen. Schließlich geht es darum, deine Bedürfnisse befriedigt zu sehen und nicht das Verhalten des anderen zu verurteilen.

Fällt es dir schwer, deine Bedürfnisse anzuerkennen und erst zu nehmen? Versuche es einfach mal!

Ich bin gespannt welche Erfahrungen du machst.

Lass es mich gern wissen!