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In Ihrem Gastartikel schreibt Eva Wenger sehr verständig und persönlich über die gewaltigen, oft unerwarteten Veränderungen, die mit der Geburt vor allem des ersten Kindes einhergehen. Ich hatte Eva zu diesem Gastartikel eingeladen, weil ich ihre authentische Art sehr schätze und mich selbst immer wieder gern von ihren Artikel, aus denen so viel Lebenserfahrung und positive Grundhaltung spricht, inspirieren und zum Nachdenken anregen lasse.
Auch ihr heutiger Beitrag verbreitet großzügig Optimismus und kann dich unterstützen ein selbstbestimmtes Leben als Powermama zu führen.
Aber lies einfach selbst und lass dich inspirieren…

Das Mutterwerden

Wenn eine Frau das erste Mal ein Kind bekommt, ändert sich ihr ganzes Leben. Durch das Mutterwerden ändern sich äußere, aber auch innere Faktoren. Manche Frauen erwarten diese große Veränderung, andere wiederum sind überrascht, denn sie dachten, dass das Kind ihr bisheriges Leben einfach nur ergänzt. Der Alltag wird auf den Kopf gestellt und alles Streben, den vorherigen „Normalzustand“ wieder zu erreichen, muss scheitern. Also findet, ob gewollt oder nicht, eine Zeit der Entwicklung statt, in der viele Frauen mit sich selbst konfrontiert werden und einen neuen Lebensentwurf zeichnen müssen.

Vom Egoismus zur Selbstaufgabe

Extrem ausgedrückt, aber ich denke jede Mutter versteht, was ich hiermit meine.
Vor den Kindern drehte sich dein Leben hauptsächlich um dich. Du warst die wichtigste Person in deinem Universum.
Mit der Geburt des Kindes hat sich die Sichtweise auf die Welt komplett geändert. Die Mutterhormone sorgen dafür, dass sich nun erst einmal alles um das neu angekommene Menschenkind dreht. Dieser Umschwung ist so enorm, dass es unter Umständen schwer fällt, in eine Balance zwischen Ich und Kind zu kommen. In dem Moment wo du dein Lebensglück mit dem Wohlergehen deines Kindes gleichsetzt, kannst du leicht dich selbst aus den Augen verlieren.

Die Zeit läuft langsamer und schneller

Auch das Zeitgefühl hat sich seit der Geburt des Kindes stark verändert. Einerseits rast die Zeit und deine eigene Endlichkeit wird dir sehr bewusst. Die nächste Generation ist da und bereitet sich vor, die Welt zu erobern. Das Kind entwickelt sich so schnell im Vergleich zu einem Erwachsenenleben. Du hast unglaublich viel zu tun und auch das lässt die Zeit zwischen den Händen zerrinnen. Andererseits gibt es diese sehr intensiven, langsamen Momente. Die schönen und die nervigen. Die Augenblicke, in denen du in deinem Geist ein Bild davon malst, um sie abzuspeichern und die hunderte Minuten, die du dich bremsen musst, weil dein Kind Zeit braucht, um Dinge zu erforschen und zu lernen. Dein Kind hat es niemals eilig, hat keine Termine und lebt im absoluten Hier und Jetzt. Das bist du als Erwachsener schon lange nicht mehr gewöhnt. Mit einem derartigen Achtsamkeitsmeister an deiner Seite könntest du dir aber auch einfach eine große Scheibe davon abschneiden.

Deine Werte werden auf den Prüfstand gestellt

Oft haben wir Mütter vor der Geburt des ersten Kindes Vorstellungen über unser Familienleben, die sich mit der dann eingetretenen Realität nicht vereinbaren lassen. Das liegt daran, dass es unter Erwachsenen viele gesellschaftliche Lebensregeln und allgemein anerkannte Werte gibt, die sehr gut funktionieren, wie etwa Disziplin, Konsequenz und Pünktlichkeit. In das vorhandene Wertesystem lässt sich der neue Erdenbürger aber nicht unbedingt integrieren, ohne dass du als Mutter andere, höhere Werte, wie die bedingungslose Liebe zu deinem Kind, übergehen müsstest. Ein Kind hat noch nicht die Fähigkeiten eines erwachsenen Menschen – und natürlich berücksichtigst du das und musst nun mit den völlig anderen Voraussetzungen deinen persönlichen Weg definieren. Deswegen stellst du automatisch viele gewohnte Denkweisen in Frage und darüber wird unter Eltern wohl mit am meisten diskutiert. Das ist für deinen Geist und deine Seele oft anstrengend. Andererseits bietet das intensive Nachdenken über die eigene Lebensweise eine wunderbare Chance, dich selbst tief zu erforschen und herauszufinden, was dir wirklich wichtig ist. Diese Persönlichkeitsentwicklung ist wohl das größte Abenteuer am Elternwerden.

Körperliche Veränderung

Mütter verändern ihre Physis und auch ihren Umgang mit der eigenen körperlichen Gesundheit. Neben den naheliegenden Änderungen durch Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit gibt es viele verhaltensbedingte Veränderungen. Schlafmangel sticht da besonders deutlich hervor und hat sehr große Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Vielleicht gehörst du auch zu den Müttern, denen ihr Körper nicht mehr so wichtig ist – Hauptsache deinem Kind geht es gut. Es fällt vielen Mamas schwer, sich selbst physisch Gutes zu tun. Das empfinden einige Mütter sogar als egoistisch und der gefühlte Zeitmangel verstärkt dieses Problem. Wenn du eine gestresste Mutter bist, die viele Aufgaben zu bewältigen hat, ist die Hürde, etwas Zeit für Entspannung oder Sport zu organisieren, sehr groß. Auch das Verhältnis zum eigenen Körper kann durch die Mutterschaft anders werden, manchmal zum positiven, oft auch zum negativen. Da der Körper und Geist in Verbindung stehen und der Körper oft den inneren Veränderungsprozess spiegelt, kann dieser Aspekt bei der Weiterentwicklung als Persönlichkeit eine Rolle spielen.

Fazit

Jeder Mensch strebt letzten Endes nach Glück und Liebe. Kinder geben uns beides und erfordern gleichzeitig, dass wir uns selbst in Frage stellen und unsere Gedanken und Verhaltensweisen überprüfen. Es ist gut für die Kinder, wenn die Mütter sich um ihre persönliche Entwicklung und ihr eigenes Wohlbefinden kümmern. Denn Kinder brauchen vor allem Vorbilder. Die Personen, an die sich das Kind am stärksten bindet, haben durch ihr Verhalten (nicht durch Erziehungsmaßnahmen) den größten Einfluss auf das spätere Verhalten der Kinder. Das merken wir an uns selbst, wenn wir automatisch in Verhaltensweisen unserer eigenen Eltern fallen, obwohl wir das eigentlich nicht wollten.
Deswegen ist es gut, dass die Kinder uns verändern. Sie geben uns einen wichtigen Grund, gut zu uns selbst zu sein und sowohl unser eigenes Leben als auch die Welt ein Stück besser machen zu wollen.

 

Die Autorin:EvaWenger

Eva Wenger ist die „Female Mind Hackerin“. Sie unterstützt mutige Frauen, ihre eigenen Gedankengrenzen zu durchbrechen und das Leben zu führen, dass sie sich wirklich wünschen. Sie ist deine Mut- und Möglichmacherin, wenn du dein berufliches oder privates Leben hacken möchtest.
Zudem ist Eva selbst Mutter von zwei Töchtern im Alter von 4 und 6 Jahren.
Wenn du mehr über Eva und ihre Arbeit erfahren möchtest, findest du sie hier
http://evawenger.de

 

PS: Erkennst du dich wieder? War für dich die Geburt deines ersten Kindes auch eine große Lebenswende? Hinterlasse uns gern einen Kommentar unter diesem Beitrag. Auch wenn du Fragen an Eva hast, kannst du sie dort gern stellen.

 

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