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Lange habe ich es nicht geschafft einen neuen Artikel zu schreiben. Und eigentlich hatte ich mir vorgenommen ab jetzt vor allem richtig gute und fundierte Fachartikel zu besonders relevante und spannenden medizinischen bzw. psychopathologischen Fragestellungen zu schreiben, weil ich weiß, dass da eine meiner Stärken liegt und der Bedarf sicherlich groß ist.

In den letzten Wochen hatte ich allerdings so viel privaten Stress, dass ich mich nur schlecht auf ein Thema ohne aktuellen persönlichen Bezug konzentrieren konnte. Natürlich habe ich mir aber viele Gedanken gemacht und mich viel mit dem beschäftigt, was bei uns so passiert ist, weshalb ich die Erkenntnisse, die ich in den letzten Wochen gewonnen habe, gern mit dir teilen möchte.

Vegetarische Ernährung ist blöd

Viel von meiner Energie ist in einen eigentlich nur als lächerlich zu bezeichnenden Streit gegangen, Streit mit der Leitung der Kita unserer Kinder.

Worum ging es also:

Es ist wohl kein Geheimnis, dass wir als Familie uns aus ethischen und sozialen Gründen schon sehr lang rein vegetarisch ernähren, mit insgesamt wenigen, bewusst ausgewählten tierischen Produkten. Bislang war das in den Kitas der Kinder kein Problem und auch in der aktuellen Kita hatte ich bereits vor Vertragsabschluss nach dem Essen und speziell nach dem vegetarischen Angebot gefragt. Es wurde mir versichert, dass es nur einmal pro Woche Fleisch geben würde, dass sie insgesamt großen Wert legen auf gesunde Ernährung und dass es kein Problem ist, vegetarisch bei ihnen zu essen.

Wir sind nun seit einem Jahr an dieser Kita und haben immer mehr festgestellt, dass es mit der gesunden Ernährung nicht so weit her ist. In den letzten Wochen ist zudem so langsam klar geworden, dass die Kitaleitung kein Verständnis für vegetarische Lebensweise hat und es ganz klar ablehnt, unsere Kinder dabei auch nur ansatzweise zu unterstützen. Dabei wäre es unglaublich einfach, da der Caterer sogar vegetarisches Essen liefern würde, die Kita müsste es nur bestellen. Stattdessen schieben unsere Kinder das Fleisch vom Teller und essen trockene Beilagen, nicht nur einmal die Woche.

Das Recht auf meine eigene Lebensanschauung

Vielleicht kann man der Meinung sein, dass das gar nicht so schlimm ist, schließlich zwingen sie ja kein Kind irgendetwas bestimmtes wirklich zu essen. Jedes Kind hat immer die Möglichkeit das Essen auf dem Teller liegen zu lassen. Vielleicht kann man sagen, dass wir uns nicht so anstellen müssen, schließlich hat der Große das Fleisch noch nie gegessen und auch die Kleine nur äußerst selten und wenig.

Vielleicht, nein, ziemlich sicher, hätte ich vor einer Weile noch ganz anders reagiert. Ich hätte vermutlich einfach neue Kitaplätze gesucht und ohne größere Auseinandersetzung die Kita verlassen. Gesunde Ernährung ist für mich ein ganz besonders wichtiges Kriterium in der Betreuung meiner Kinder und bis vor Kurzem hätte ich unser Problem nur auf diese sehr persönliche Befindlichkeit reduziert.

Durch ein paar Gespräche mit verschiedenen Leuten, bin ich allerdings zu dem Schluß gekommen, das Verhalten der Kitaleitung als Diskriminierung und Verletzung unserer Weltanschauung zu betrachten. Oder um es in der Coachingsprache zu formulieren: ich habe meine Überzeugung bzw. meine Glaubensatz erweitert. War ich vorher der Meinung, es ist mein Problem dafür zu sorgen, dass unser Umfeld zu unserer Weltanschauung passt, denke ich jetzt, dass wir ein Recht auf freie Entfaltung und auf Akzeptanz unserer Weltanschauung haben, weshalb ich auch bereit bin dafür einzustehen.

Ja, diese ganze Auseinandersetzung hat mich schon viel Energie und Kraft gekostet, aber ich habe auch viel daraus gelernt, interessante Erkenntnisse gewonnen und bin mal wieder gestärkt aus einem Konflikt hervorgegangen.

Vegetarisch leben ist schwierig

Weil ich natürlich auch in meinen privaten Umfeld von unserer Auseinandersetzung erzählt habe, sind mir sehr viele verschiedene Reaktionen begegnet. Am spannendsten finde ich es immer, wenn Leute ganz entschuldigend betonen, dass sie auch bereits versucht haben vegetarisch zu leben, sie es aber einfach nicht schaffen komplett auf Fleisch und Wurst zu verzichten, weil es da dieses oder jenes Gericht gibt, dass sie einfach lieben.

Natürlich tue ich mir da sehr leicht, da ich mich schon längst nicht mehr an den Geschmack von Fleischgerichten erinnern kann und ich selbst als Kind kein begeisterter Fleischesser war. Und dennoch finde ich diese Erklärung auch in anderen Bereichen seltsam. Der Fokus liegt dabei sehr stark auf dem Verzicht und auf alle dem, was man nicht mehr hat, nicht mehr darf, nicht mehr tun kann. So habe ich das aber noch nie betrachtet.

Man könnte z.B. auch den Fokus auf die Dinge legen, die man gewinnt. Um bei der vegetarischen Ernährung zu bleiben, kann ich mich freuen über die vielen neuen Speisen und Rezepte, die ich kennenlerne oder darüber, dass auch andere Menschen beginnen über nachhaltige und ökologisch sinnvolle Ernährung nachzudenken. Und wie in so vielen Bereichen handelt es sich überhaupt nicht um Verzicht, wenn nur die Motivation und die Überzeugung stark genug ist. Wenn ich das Töten von Tiere aus tiefstem Herzen ablehne, ist eine vegetarische Ernährung nur logische Konsequenz.

Schwierig ist die Umsetzung einer neuen Verhaltensweise also nur dann, wenn ich nicht wirklich hinter dieser Entscheidung stehe oder meine Überzeugung hinsichtlich Sinnhaftigkeit oder Notwendigkeit eher schwach ist. Vielleicht ist dann der eigene Weg einfach ein anderer. So kann es besser sein wenig Fleisch bewusst zu genießen, statt ein Gefühl von Minderwertigkeit zu entwickeln, weil ich es nicht schaffe, auf mein Wurstbrot zu verzichten.

Überzeugung macht stark

Eigentlich geht es mir gar nicht darum, dich zum Vegetarier zu machen, auch wenn ich natürlich überhaupt nichts dagegen hätte, schließlich ist es gesund und ökologisch sowie sozial sinnvoll. Ich möchte gern auf die allgemeine Bedeutung der eigenen Überzeugungen überleiten. Deine eigene Haltung ist es, die dich zum Erfolg führt, ganz egal um welchen Bereich und welches Ziel es dabei geht.

Jeder Business Coach weiß das, genauso wie Mentaltrainer oder Spitzensportler: auf deine Haltung kommt es an, egal ob du sie Mindset, Glaubenssatz oder schlicht Überzeugung nennst. Mit der richtigen Haltung kannst du (fast) alles erreichen, wenn du aber selbst nicht an dich glaubst, kann es auch niemand anders für dich in Ordnung bringen.

Wenn du aus voller Überzeugung etwas tust, egal was, dann bist du stark, was auch das Umfeld spürt. Natürlich gibt es dann die Menschen, die sich mit dir freuen und vielleicht sogar ein wenig stolz sind auf dich. Es gibt aber immer auch Menschen, die neidisch sind, dir deinen Erfolg nicht gönnen und vielleicht einfach nur nieder machen, was du erreicht hast.

Gerade auch, wenn es um moralische angesehenes Verhalten geht, dann wirst du auch mit harscher Kritik und Beleidigungen konfrontiert werden. Niemand lässt sich nämlich gern vorführen, dass er selbst nicht die gleiche Stärke und Integrität an den Tag legt.

Du wirst merken, an denen Stellen, an denen dich die Kritik am härtesten trifft, hast du selbst auch noch Zweifel, bist nicht ganz im Reinen mit dir oder noch unsicher. Wenn du dir deiner Sache völlig sicher bist, kann dir auch die unfairste Kritik nichts mehr anhaben und du gehst einfach deinen Weg.

Fazit

Wenn du voll und ganz überzeugt bist von dem was du tust, dann fällt dir die Umsetzung nicht mehr schwer. Egal was es ist, eine komplexe Ernährungsumstellung, der Aufbau eines Business oder eine stabile Partnerschaft, wenn du dir vollkommen im Klaren bist, was du willst und wie, dann kann dich niemand mehr stoppen.
Andersherum formuliert, solltest du dir deine Ziele also immer so stecken, dass du mit deiner ganzen Überzeugung und Kraft darauf hin arbeiten kannst. So werden selbst große Ziele greifbar und der Erfolg ist absehbar.