+49(0)30 28450217 info@angelina-bockelbrink.de

Auf meinem Schreibtisch liegt noch ein unvollendeter Artikel zu Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein, den ich laut Publikationsplan schon letzte Woche hätte veröffentlichen wollen. Warum ich das nicht getan habe und was bei mir letzte Woche wirklich wichtig war, darüber will ich im heutigen Artikel schreiben. Tatsächlich bleibe ich bei meinem Oberthema „Anerkennung“, allerdings geht es diesmal darum, was ich selbst in den letzten beiden Wochen dazu lerne durfte bzw. musste.

So hatte ich mir das nicht gedacht

Eigentlich hätte alles so gut laufen können. Der Große ist gut in der Schule angekommen und geht richtig gern hin, die beiden Kleinen sind endlich in die Kita eingewöhnt, haben beide Freunde gefunden und freuen sich, wenn ich sie mal etwas später abholen komme.

Ich bin hochmotiviert, habe meine Arbeit gut strukturiert und plane gerade mit viel Elan den Relaunch meiner Webseite.

Natürlich war es viel Arbeit, die ich mich vorgenommen hatte, aber mit etwas Disziplin wäre es schon machbar gewesen. Wäre….

Den ersten gravierenden Fehler habe ich selbst gemacht. Ich habe mir ein Wochenpensum für fünf Werktage vorgenommen, obwohl ich zwischendrin auf eine Familienfeier wollte.

Dann schlug die erste fiese Krankheitswelle zu. Alle drei Kinder waren teilweise gleichzeitig, hauptsächlich nacheinander richtig krank, Magen-Darm-Infekt, eitrige Mandelentzündung, Grippe. Tagsüber hatte ich also Kinder zuhause, die mich wirklich brauchten und abends war ich so fertig, dass ich kaum noch was hinbekommen habe. Ich war schon froh, wenn die Wohnung sauber, das Geschirr gespühlt und die Wäsche gewaschen war.

Bis das letzte Kind wieder fit war, dauerte eine ganze Weile – ziemlich genau bis zum Beginn der Herbstferien.

Meine ToDo-Liste war immer länger geworden, weil ich kaum etwas abgearbeitet hatte, ich fühlte mich gehetzt und schrecklich insuffizient. Tatsächlich sogar ein wenig wie ein Versager, weil ich nicht geschafft hatte, was ich mir selbst vorgenommen hatte und weil ich mich nicht mehr angestrengt habe, wenigstens abends noch etwas zu erledigen.

Was ist denn Schlimmes passiert?

Natürlich hat es auch mich nicht weitergebracht, nur mein Versagen zu beklagen. Ich wusste selbst sehr gut, dass ich einfach eine Schritt zurücktreten sollte und dann weitermachen. Wirklich möglich wurde mir das erst durch eine Frage meines Mannes. Er wollte aus ehrlichem Interesse wissen, ob ich denn wichtige Termine verpasst hätte oder ob sonst etwas Schlimmes schief gegangen sei. Tatsächlich musste ich mir daraufhin eingestehen, dass überhaupt nichts passiert war, außer dass ich meinen eigenen Ansprüchen nicht genügt hatte.

So nahm ich dann doch noch meinen Verstand zusammen und verschob alle Termine auf der ToDo-Liste so weit nach hinten, dass ich einhalten können würde, und strukturierte meinen Arbeitsplan noch einmal neu.

Dann nahm ich mir sogar noch etwas Zeit, um mir klar zu machen, was ich alles geleistet hatte, warum ich also gar kein Versager war: Ich hatte kranke Kinder versorgt und war selbst dabei gesund geblieben. Ich hatte den Haushalt in Ordnung gehalten, alle Termine im Blick behalten und sogar noch ein paar der selbstgesetzten Ziele erfüllt. Ich hatte es geschafft, selbst in dieser anstrengenden Situation, meine eigenen Grenzen zu achten und auch für mich gut zu sorgen.

Alles in alle konnte ich doch ganz zufrieden mit mir sein und hatte mir meinen Urlaub redlich verdient.

Es ist wie es ist und das ist gut so

Manchmal wünsche ich mir, es würde in meinem Leben alles rund laufen. Dabei weiß ich ganz genau, dass es die Herausforderungen im Leben sind, aus denen wir am meisten lernen, die uns langfristig weiterbringen. Die letzten beiden Wochen haben mich nah an meine Grenzen gebracht. Ich konnte das an meinem ganzen Verhalten selbst beobachten und erkennen: ich war ungeduldig, reizbar und sehr unzufrieden. Dennoch habe ich es geschafft, mich selbst aus der Situation zu befreien, sogar relativ zügig, und gestärkt daraus hervorzugehen.

Ich konnte mich selbst wieder davon überzeugen, dass das Leben ganz stark durch die eigenen Gedanken gestaltet und geformt wird und dass Wohlbefinden und Zufriedenheit aus mir selbst heraus entstehen.

Die Umstände und das Umfeld waren werden verantwortlich für meine Schwierigkeiten noch für die Lösung. Zuerst hatte ich einen sehr eingeschränkten Blick auf die Situation. Sobald ich meine Sichtweise erweitert habe, konnte ich einen zielführenden Umgang mit der Situation finden und sie so lösen.

Was mir also bleibt, ist die Anerkennung, dass auch diese Erfahrung für etwas gut war. Wäre alles nach Plan gelaufen, hätte ich diese Gelegenheit mich weiter zu entwickeln nicht gehabt.

Dinge die ich nicht ändern kann, sollte ich also lieber gleich annehmen. Meine Einstellung dazu kann ich nämlich ändern!