+49(0)30 28450217 info@angelina-bockelbrink.de

Was ist Achtsamkeit

Achtsamkeit ist so ein großes Wort, das hört sich so schwierig an und ist sicherlich nichts, was man tagtäglich umsetzen kann. So oder so ähnlich haben sich schon häufiger Menschen mir gegenüber geäußert.
In der Vorstellung vieler Menschen ist Achtsamkeit in etwa gleichbedeutend mit „Meditation“ „Klosterleben“, „Mönch sein“ oder ähnlichem.
Aber stimmt das denn? Ist Achtsamkeit wirklich so schwierig?
Die Definitionen hören sich etwas anders an. Der große Meister der Achtsamkeit Jon Kabat-Zinn definiert diese so: eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit, die absichtsvoll ist, sich auf den gegenwärtigen Moment bezieht (statt auf die Vergangenheit oder die Zukunft), und nicht wertend ist. Auch andere Definitionen beziehen sich vor allen auf den Aspekt der Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt.
Wir beschäftigen uns sehr oft gar nicht mit dem, was jetzt gerade in diesem Moment wirklich ist. Meist sind wir in Gedanken schon längst einen Schritt weiter und beschäftigen uns mit dem passieren könnte, was uns erwartet, was auf uns zukommt, was wir alles zu erledigen haben oder was eventuell unter Umständen auch noch wichtig sein könnte. Zu anderen Gelegenheiten sind wir mit unseren Gedanken in der Vergangenheit verhaftet, bei den Dingen, die uns noch beschäftigen oder belasten, die wir falsch gemacht oder aus anderen Gründen noch nicht verwunden haben, Dinge mit denen wir hadern und die wir nicht loslassen können oder wollen.
Selten sind wir einfach im Hier und Jetzt. Dabei wäre es manchmal gar nicht schwierig. Wir können z.B. mal damit anfangen unser ständiges Multi-Tasking einzustellen und einfach mal ein Sache mit voller Aufmerksamkeit zu tun. Also nicht den Kaffee trinken, während wir zum Bus gehen, die Einkaufsliste schreiben während wir Kochen oder beim Essen Emails checken. Es ist schon ein Stück Achtsamkeit, wenn wir einen Kaffee „to stay“ statt „to go“ bestellen und uns einen Moment lang nur diesem Kaffee widmen, oder wenn wir der Erzählung unseres Kindes ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen und erst im Anschluss mit unserer Tätigkeit weitermachen.

Achtsamkeit als Weg zu mehr Vitalität und Wohlbefinden

Achtsamkeit bedeutet nichts anderes, als den Moment wirklich wahrnehmen und bewusst da zu sein. In guten Zeiten führt das dazu, dass uns die Schönheit des Augenblicks überhaupt erst bewusst wird. Weshalb es natürlich auch einfacher ist, zu diesen Gelegenheiten achtsam zu sein. Geringschätzen sollten wir das dennoch nicht, nur weil es einfach ist. Wer bewusst genießen kann, beherrscht eine tolle, gesundheitsfördernde Fähigkeit, die großartig geeignet ist, die eigenen „Akkus“ wieder aufzuladen oder anderes ausgedrückt: die Ressourcen zu stärken.
Natürlich weiss ich auch aus eigener Erfahrung, dass es manchmal sehr schwer sein kann, achtsam mit sich selbst und mit dem Umfeld umzugehen. Die letzten Wochen waren für mich sehr anstrengend, da wir umgezogen sind, es deshalb viel zu organisieren und zu räumen gab, die Kinder die ganze Zeit zuhause waren, ich ein paar wichtige Termine hatte und mein Mann zwischenzeitlich immer wieder unterwegs war. Da bin ich teilweise recht deutlich an meine Grenzen gekommen, ich habe nicht besonders gut auf mich geachtet, habe angefangen mehrer Dinge gleichzeitig zu machen und darüber völlig den Überblick verloren, ich war oft in Gedanken ganz woanders und meine Kinder haben auch nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen zusteht. Ich konnte mich allerdings recht schnell wieder auf mich selbst zurückbesinnen und stärker im hier und jetzt leben.
Was mir dabei hilft, sind einfache Übungen in Achtsamkeit, die sich leicht in den Alltag einbinden lassen. Besonderer Stellenwert kommt hierbei dem Essen zu. Essen tun wir sowieso jeden Tag und gerade mit Kindern ist es erforderlich, das auch regelmäßig und in ausreichendem Maße zu tun. Als wir nach dem Umzug also wieder die Möglichkeit hatten zu kochen, habe ich ganz bald angefangen Kochen und Essen zu einem sehr bewussten und aktiven gemeinsamen Prozess auszugestalten. Die Kinder haben mit mir einen Essensplan ausgearbeitet, für den wir dann entsprechend eingekauft haben. Das Einkaufen haben wir, genauso wie die Mahlzeiten selbst, ganz bewusst als gemeinsame Zeit gestaltet. Diese Maßnahme hatte viele erwartete und auch unerwartete Effekte:

  • Ich bin sehr schnell wieder bei mir selbst angekommen und auch in der neuen Wohnung
  • Die Kinder fühlten sich nicht mehr zurückgesetzt
  • Wir konnte alle die Mahlzeiten geniessen
  • Unsere Ernährung war wieder ausgewogen und abwechslungsreich
  • Das lästige Essenbereiten war plötzlich nicht mehr lästig
  • Wir konnten neue Speisen ausprobieren
  • Es wurde einfacher auch in anderen Bereichen wieder achtsamer und bewusster zu sein
  • Trotz des Zeitaufwands für Essen und Vorbereitung bleib mir insgesamt mehr Zeit für mich

Ein anderer Aspekt von Achtsamkeit ist für mich meine Abendroutine. Wenn alle Kinder im Bett sind, ich für den Tag fertig bin mit meiner Arbeit und bald selbst in Bett gehen möchte, dann ist für mich die Zeit, mir einen Moment nur für mich zu gönnen. Oft ist das nichts großes, beispielsweise mache ich noch etwas Yoga oder ich setze mich auf unsere Terrasse und beobachte die Fledermäuse. Gerade wenn man sich sehr gestresst fühlt, ist es schwierig diesen Moment nur für sich wirklich zu nehmen. Tatsächlich benötigt man kaum Zeit dafür, schläft dafür aber viel besser ein und durch, so dass der Gewinn schnell sichtbar wird. Gerade wenn man sich also sehr gestresst fühlt, ist es umso wichtiger, sich diesen Moment des Innehaltens und der Ruhe zu gönnen. Mein Glück ist, dass mir diese Momente richtig abgehen, wenn ich sie ein paar Tage vernachlässigt habe. So dauert es nie lang, bis ich wieder besser auf mich achte.
Die ersten Schritte zu einem bewussteren, achtsameren Leben sind also wirklich weder aufwendig noch schwierig. Und wenn die Grundlagen erstmal da sind, ist es einfach, sich immer wieder daran zu erinnern und auch in anstrengenden, stressigen Phasen zur Ruhe zu kommen. Ich bin jetzt zumindest wieder ganz entspannt und fast alle Umzugskisten sind ausgepackt. Nach einigen Wochen Pause schaffe ich es jetzt sogar wieder zu schreiben und an neuen Coachingkonzepten zu arbeiten. Gleichzeitig sind wir alle gut in der neuen Gegend und unserer Wohnung angekommen, die Kinder haben innerhalb weniger Wochen Freunde gefunden, kennen sich in ihrem Umfeld aus und sind in die Kita eingewöhnt. Ich glaube nicht, dass mir das so leicht gefallen wäre, ohne meinen Fokus auf ein bewusstes und einfaches Leben.
Also: ab jetzt gibt es wieder jede Woche einen Blogartikel und in Kürze wird es neue Pakete für persönliches und Online- Coaching bei mir geben. Dazu aber später mehr…
Ich hoffe, dass ich noch mehr Menschen inspirieren kann besser auf sich selbst zu achten und zu mehr Zufriedenheit und Vitalität im Leben zu gelangen.